Leistungen

Diagnostik

Erkrankungen der Niere haben in der Regel Auswirkungen auf andere Organsysteme, so dass ergänzend eine erweiterte, differenzierte Diagnostik erforderlich ist. Dazu bieten wir in unserem Nierenzentrum in der Zusammenarbeit mit unseren Fachärzten verschiedene Verfahren an.

  • Ultraschalluntersuchung des Abdomens, der Nieren, eines Nierentransplantates und der Dialyseshuntgefäße inklusive der Durchblutungsdiagnostik (farbkodierte Duplexsonographie)
  • Abklärung sekundärer Hypertonieursachen
  • Untersuchungen zur Transplantationslistung, Transplantationsnachsorge
  • Planung und Vorbereitung von Dialyseverfahren
  • EKG, Langzeitblutdruckmessung
  • mikroskopische Urinsedimentuntersuchung
  • Blutgasanalyse
  • BCM (Body Composition Monitoring)
  • stationäre Nierenbiopsie im HELIOS Marien Klinik in Kooperation mit der urologischen Abteilung des Krankenhauses

Hämodialyse

Die Hämodialyse ist die weltweit und deutschlandweit bevorzugte Therapieform. Bei dieser Methode wird das Blut des Patienten in einer künstlichen Niere (Dialysator) außerhalb des Körpers gereinigt. Der Blutkreislauf wird dabei von einem Dialysegerät überwacht und gesteuert.

Die meisten Patienten mit chronischem Nierenversagen erhalten eine Hämodialyse-Behandlung, die drei- bis viermal wöchentlich entweder in einem Dialysezentrum oder zu Hause erfolgt. Bei diesem Therapieverfahren übernimmt modernste Technik wichtige Funktionen der Niere. Das Dialysegerät pumpt das Blut über ein Schlauchsystem in einen besonderen Filter, den Dialysator, der die eigentliche künstliche Niere ist. Hier wird das Blut des Patienten von Abfallprodukten des Stoffwechsels gereinigt und von überschüssigem Körperwasser befreit. Eine Dialyselösung schwemmt die unerwünschten Stoffwechselprodukte aus. Das gereinigte Blut wird dem Patienten wieder zugeführt.
Während im Dialysator der Reinigungsvorgang abläuft, überwacht das Dialysegerät den Blutkreislauf außerhalb des Körpers, pumpt Blut und Dialyselösung über getrennte Kreisläufe in den Dialysator und kontrolliert die Zusammensetzung der Dialyselösung. Außerdem setzt es dem Blut ein gerinnungshemmendes Medikament zu. Dieses verhindert, dass sich ein Blutgerinnsel bildet.

Bei der Hämodialyse muss dem Organismus eine größere Menge Blut entnommen werden. Die natürlichen Blutgefäße des Menschen sind dafür jedoch nicht geeignet: In den Venen, die direkt unter der Haut liegen, ist der Blutfluss nicht ausreichend. In den Arterien ist dagegen der Blutdruck zu groß. Außerdem liegen sie deutlich tiefer und sind daher schwer zu finden. Deshalb wird bei einer kleinen Operation eine Kurzschlussverbindung zwischen einer Arterie und einer Vene geschaffen, meistens im Unterarmbereich. Das Blut durchströmt die Vene dann mit einem höheren Druck und einer höheren Fließgeschwindigkeit. Diese für die Blutversorgung ungefährliche Kurzschlussverbindung wird als Shunt bezeichnet. Wenn kein Shunt vorhanden ist, kann die Blutentnahme vorläufig auch über einen Katheter erfolgen, der in eines der großen Blutgefäße eingelegt wird.

Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse)

Bei der Peritonealdialyse dient das eigene Bauchfell des Patienten, das Peritoneum, als Filter zur Reinigung des Bluts. Je nach Körperbau und Größe beträgt die Gesamtoberfläche des Peritoneums ein bis zwei Quadratmeter. Das Bauchfell hat ähnliche Eigenschaften wie die Membranen des Dialysators: Durch seine Poren kann es bestimmte Stoffe hindurchlassen und andere zurückhalten. Von den weltweit mehr als 2,3 Millionen Dialysepatienten nutzen etwa 250.000 die Peritonealdialyse.

Durch einen operativ eingesetzten Katheter, einen kleinen Kunststoffschlauch, fließt eine sterile Flüssigkeit (Dialyselösung) in die Bauchhöhle und umspült dort mehrere Stunden lang das gut durchblutete Bauchfell (Peritoneum). Währenddessen treten die Stoffwechselabfallprodukte im Blut über Poren im Bauchfell in die Dialyselösung über. Zusätzlich zieht in der Spülflüssigkeit enthaltener Traubenzucker überschüssiges Körperwasser in die Bauchhöhle. Schließlich wird die Dialyseflüssigkeit mit den Giftstoffen und dem überschüssigen Wasser wieder über den Katheter entfernt und durch frische Dialyselösung ersetzt.

Für die Peritonealdialyse steht im Nierenzeitrum Duisburg als Behandlungsoption insbesondere die sog. Kontinuierliche Ambulante Peritonealdialyse (englisch abgekürzt CAPD) zur Verfügung. Dabei wechseln die Patienten mit Hilfe eines Beutelsystems etwa vier bis fünf Mal am Tag selbst die Dialyselösung.

 

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